Ausführlich: Legionellenbekämpfung

 

Allgemeines

Im europäischen Ausland sind vor kurzem erneut Fälle von Legionellose, einer schweren Infektionserkrankung der Lunge, bekannt geworden. Als Ursache galt in einem Fall eine mit Legionellen-Bakterien belastete Klimaanlage, in einem anderen erfolgte die Ansteckung durch ein verunreinigtes Trinkwasserverteilungssystem in einem Hotel. Das Umweltbundesamt (UBA) schätzt das Risiko einer Legionellenerkrankung in Deutschland eher gering ein. Dafür sorgt ein hoher technischer Standard bei Warmwassersystemen, Klimaanlagen und Bädern, der aber auf jeden Fall eingehalten werden sollte. Legionellen besiedeln meistens weitverzweigte Wasserverteilungssysteme und sind daher in Schwimm- oder Sporthallen, Industrieanlagen, Hotels, Krankenhäusern, Altenheimen zu finden. Um der Gefahr einer Verkeimung vorzubeugen, schreibt die Trinkwasserverordnung ab 2003 eine periodische Überprüfung auf Legionellen in Warmwassersystemen öffentlicher Gebäude vor. Legionellen vermehren sich besonders stark im Temperaturbereich zwischen 20 und 45 °C. Begünstigt wird das Wachstum der Legionellen durch mangelhaften Wasseraustausch wie zum Beispiel Stagnation des Wassers in Leitungen, die nur selten benutzt werden. Legionellen finden sich auch in Belägen an den Wänden von Wasserleitungen oder anderen Oberflächen in Kontakt mit dem Wasser, sogenannten Biofilmen. Wenn Menschen feinstverteilte Tröpfchen, sogenannte Aerosole, einatmen, die Legionellen enthalten, kann dies das sogenannte „Pontiac-Fieber“ auslösen. Dieses verläuft ähnlich wie eine Grippe. In manchen Fällen kann es zur sogenannten Legionärskrankheit kommen, einer schweren Lungenentzündung, die ohne Behandlung tödlich sein kann.
In großen und weit verzweigten Wasserverteilungsanlagen ist das Risiko einer Legionellenbesiedlung höher als in Einfamilienhäusern, da sich dort vermehrt wenig durchströmte Nischen finden, in denen sich Legionellen festsetzen und vermehren können. Daher treten Probleme mit Legionellen insbesondere in großen Gebäuden wie Krankenhäusern, Hotels, Schwimmbädern, Mehrfamilienhäusern, Industrieanlagen oder Verwaltungsgebäuden auf.
Betreiber von Klimaanlagen, großen Warmwasserverteilungssystemen oder öffentlichen Bädern haben für vorbeugende Maßnahmen zu sorgen. Zusätzliche Maßnahmen seitens der Nutzerinnen und Nutzer sind nicht erforderlich. Vor allem ältere Menschen, Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Raucher sollten sich bei Bedenken an den behandelnden Arzt oder an das jeweilige Gesundheitsamt wenden. 

Nach dem Infektionsgesetz vom 1.1.2001 ist der Erregernachweis meldepflichtig.

Bakterie Legionella

  • ca. 35 verschiede Arten (+ 50 Serogruppen.)
  • davon mindestens 17 „humanpathogen“
  • etwa 80 % aller Infektionen verursacht durch Legionella pneumophila ( ca. 50 % der Serogruppe 1 dieser Art)

Legionellen sind stäbchenförmige Bakterien ohne besondere morphologische Charakteristika. Sie bilden in der Kultur auf Spezialnährboden weiße, relativ unspezifische Kolonien, die nach minimal drei Tagen Bebrütungsdauer auftreten. In der Immunfluoreszenz erkennt man sehr gut die erwähnte Stäbchenform der Erreger. Seit der Erstbeschreibung von L.pneumophila gibt es noch mindestens 28 weitere Arten z.T. mit mehreren Serogruppen. L.pneumophila ist nach wie vor die epidemiologisch wichtigste Art. Wichtig ist weiterhin , daß alle Legionellen als humanpathogen anzusehen sind, obwohl der Beweis dafür bei mehreren Arten noch aussteht. Man geht heute auf Grund weltweiter Untersuchungen davon aus, daß Legionellen ein ganz natürlicher Bestandteil aller Süßwasser, nicht aber der Meerwässer sind. Legionellen sind dabei im Grundwasser extrem selten. Auch im kalten Trinkwasser , wenn es denn ständig kalt bleibt, sind sie sehr selten. Ähnliches gilt für unserere Breiten bei den Oberflächenwässern. Schwimmbeckenwässer, besonders Warmsprudelbeckenwässer und bestimmte Wässer aus raumlufttechnischen Anlagen (Wässer aus offenen Rückkühlwerken und Luftbefeuchtern) können dagegen in wesentlich höheren Konzentrationen Legionellen enthalten. Übertragbar sind Infektionen , z. B. durch Duschen und Warmsprudelbecken (whirl-pools). Bei den üblichen Schwimmbecken kommen zwar Legionellen im Wasser gelegentlich vor, aber – worauf noch eingegangen wird – das Vehikel Aerosol, ist dort minder stark ausgeprägt. Die hydrotherapeutischen Einrichtungen mit Aerosolbildung sollte man dagegen nicht vergessen. Desgleichen nicht den Bereich der Dentaleinheiten, wo ein intensives Aerosol unmittelbar im Rachenraum entstehen kann.

 

Die Krankheit(en)

Grundsätzlich kann jeder Mensch an der Legionärskrankheit erkranken. Einem erhötem Risiko sind Personen mit einer Störung des Abwehrmechanismus ausgesetzt. Zum Beispiel ältere Personen, frisch Operierte, Krebspatienten, usw… . Auch erhöht sich das Risiko enorm für Raucher durch die Beeinträchtigung der Lungenmakrophagen. Generell sind Männer gegenüber Frauen einem 3fach erhöhtem Risiko ausgesetzt.
Voraussetzung:
Lungengängige Aerosole (<5 µm) z.B. beim Duschen, in Luftsprudelbecken (Whirl-Pools), Schwimmbädern…

 

 

 

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